Alles was Blog ist – Beitrag von Dr. Wolf Albin im BRAK-Magazin 02/2010

Blogs sollte man nur anfangen, wenn man Spaß an der Geschichte hat, und nicht als Akquiseinstrument. Das Frusttrationspotenzial ist viel zu groß. Wenn man das nur als Marketinginstrument einsetzt, dann merken das die Leser auch.“ So wird Top-Blogger Udo Vetter im aktuellen BRAK-Magazin zitiert. In dem Beitrag „Alles was Blog ist – Was Anwälte im Netz zu sagen haben“ gibt Dr. Wolf Albin einen interessanten Einblick in die juristische Blogosphäre hierzulande.

Udo Vetter hat Recht: Bloggen ist ein anstrengendes Geschäft und erfordert viel Ausdauer, wenn man irgendeinen Effekt erzielen will. Bei Udo Vetters law blog ist der Erfolg allerdings beeindruckend: 35.000 bis 45.000 Leser besuchen das 2003 gestartete Blog inzwischen jeden Tag, 15.000 haben den RSS-Feed abonniert. Der Aufwand dafür ist mit 1 bis 1,5 Stunden täglich für den Blogger allerdings auch erheblich. Dafür habe es ihn „zu einem bekannten und gefragten Mann gemacht“.

Sicherlich geht es auch ein paar Nummern kleiner. Aber: „Wenn man es richtig macht, muss man pro Woche ein bis zwei Beiträge schreiben.“ Wer das gesagt hat? Offenbar ich – vgl. hierzu auch meinen Beitrag „Wie oft soll man bloggen?

Und nicht einmal dann gibt es eine Garantie: „Hoffnung, dass sich das Bloggen unmittelbar in neuen Mandaten auszahlt, sollte sich der Normal-Anwaltsblogger nicht ungedingt machen.“ Immerhin seien Blogs aber geeignet, sich aus der Masse der Kollegen herauszuheben.

Schönes Beispiel: Für die Suchbegriffe Betriebsrat Kündigung Anhörung liefert Google als ersten Treffer einen Beitrag im Blog des Kollegen Harald Schwamborn. „Dort steht nichts, was nicht jeder Arbeitsrechtler genauso wüsste. Aber Schwamborn wird gefunden, andere nicht.“

Leider führt Udo Vetter das mit dem „Frustrationspotenzial“ nicht weiter aus. Das dürfte aber auch journalistisch tätige Kollegen betreffen. So ätzt der geschätzte Kollege Laurent Meister (medien-gerecht) via Twitter: „Der BRAK-Artikel war das langweiligste und oberflächlichste was ich seit langem gelesen habe.“

Finde ich nicht. Auf brak-mitteilungen.de ist der Beitrag online abrufbar:

BRAK-Magazin, Ausgabe 2/2010, S. 4f. – PDF, 2,3 MB

Nachtrag: Jetzt leider nicht mehr. RZ, 19.07.14

3 Antworten
  1. Matthias Hechler
    Matthias Hechler sagt:

    Meine Erfahrung mit Anwaltsblogs ist, dass sich dort überwiegend Leute tummeln, die kostenlose Informationen vom Anwalt holen wollen, jedoch ihn niemals beauftragen würden.

  2. Ralf Zosel
    Ralf Zosel sagt:

    Das stimmt, die allermeisten Blog-Leser sind sicherlich auf der Suche nach Information und wollen kein Mandat erteilen. Aber: Unter ein paar Tausend Lesern ist immer mal wieder einer dabei, bei dem es dann doch klappt. Das muss man langfristig sehen: Je mehr Beiträge und Leser ich im Laufe der Zeit habe, um so mehr Geschäft bringt das. Das ist meine Erfahrung.

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