Rechtsanwalt als “Video-Trainer” – Interview mit RA Michael Rohrlich

Im Netz stoße ich immer wieder auf alte Bekannte und manchmal ist das ganz interessant zu beobachten, was die über die Jahre so machen. Den Kollegen Michael Rohrlich hatte ich vor 15 Jahren im Rahmen unserer Initiative “Ich mach’s Online” beim EDV-Gerichtstag in Saarbrücken kennengelernt, wo er seine juristische Lernplattform juraservice.de vorstellte. Wie sich jetzt herausstellte, ist er immer noch online in Sachen Lehre unterwegs. Ich habe ihn darauf angesprochen:

Bei XING bin ich gerade mal wieder auf dein Profil gestoßen und dort über den „Video-Trainer“ gestolpert. Auf deiner Kanzleihomepage habe ich dazu gefunden: “Video-Trainings zu div. Rechtsthemen exklusiv für LinkedIn / Microsoft (ehem. video2brain) seit 2012.”

Michael Rohrlich, Rechtsanwalt in Würselen und "Video-Trainer"

Michael Rohrlich, Rechtsanwalt in Würselen und „Video-Trainer“

Witzig ist, dass ich das schon seit 2012 regelmäßig mache, aber jetzt erst daran gedacht habe, z.B. bei Xing meinen Status entsprechend zu ändern.

Was genau machst du denn da? Was kann man sich unter einem “Video-Training” vorstellen?

Ein Video-Training ist ganz allgemein gesprochen ein – immer populärer werdendes – Medium zur Vermittlung von Inhalten in ganz unterschiedlicher Ausgestaltung (z.B. mit einem sichtbaren Trainer oder ohne, ggf. mit Einblendung von Stichpunkten oder grafischen Darstellungen etc.).

Im Jahr 2012 habe ich angefangen, für das Unternehmen video2brain Video-Trainings mit juristischen Inhalten zu konzipieren und auch vor der Kamera zu präsentieren. Bis dato hatte video2brain primär Trainings zu Themen, wie Office-Programme, Photoshop, Indesign, Fotografie, Design usw. Zu diesem Zeitpunkt wurde aber das Portfolio von video2brain u.a. um Softskills, aber eben auch um juristische Themen erweitert und schwerpunktmäßig auf ein Abo-Modell umgestellt.

In der Zwischenzeit wurde video2brain erst durch die amerikanische Konkurrenz Lynda.com, dann durch LinkedIn und zuletzt durch Microsoft übernommen. Das hat dazu geführt, dass es in Zukunft dieselben Inhalte unter “neuer Flagge” geben wird, nämlich über LinkedIn Learning. Es ist daher nun so, dass ich für LinkedIn Learning / Microsoft exklusiv die deutschsprachigen Video-Trainings zu juristischen Themen konzipiere und präsentiere.

Welche Themen deckst du damit ab?

Ich behandle solche juristischen Themen, die für die Haupt-Zielgruppe von video2brain bzw. jetzt LinkedIn Learning von Interesse sind, also z.B. “Rechtsgrundlagen für Fotografen”, “Der juristisch korrekte Webshop”, “Rechtsgrundlagen für Programmierer” oder “Rechtsgrundlagen: Die EU-Datenschutzgrundverordnung”, aber auch Themen, wie E-Mail-Marketing, Existenzgründung, Gesellschaftsrecht oder Computerstrafrecht.

An wen richten sich deine Videos?

Meine Trainings richten sich im Grunde an alle Unternehmen bzw. Unternehmer, was man z.B. am Thema EU-Datenschutzgrundverordnung sehr gut sehen kann. Je nach Thema gibt es aber natürlich auch spezielle Zielgruppen, wie etwa bei den “Rechtsgrundlagen für Administratoren” oder den “Rechtsgrundlagen für Blogger und Redakteure”.

Was steht dabei für dich im Vordergrund: Das Geld, das du dafür bekommst, oder die Mandate, die du darüber generierst?

Ich bin jetzt seit über 15 Jahren selbständiger Anwalt und mir war von Anfang an immer sehr wichtig, dass mir die Mandate oder die Projekte, die ich übernehme, Spaß machen, ich die Thematik interessant finde und ich die Arbeit daher gerne mache. Natürlich spielt Geld auch eine Rolle, aber für mich persönlich nicht unbedingt die Hauptrolle.

Bei den Video-Trainings ist es so, dass ich ca. 2-3 Mal pro Jahr nach Graz fliege, wo die Aufzeichnungen nach wie vor stattfinden. Das ist für mich immer auch eine willkommene Abwechslung vom “normalen” Anwalts-Alltag, wobei meiner sicherlich schon anders gestaltet ist, als der von vielen Kollegen.

Warum ich bereits seit über 6 Jahren Video-Trainings mache, ergibt sich aus mehreren Gründen. Das Geld ist eine Sache, der Spaß an der Arbeit und das tolle Team vor Ort in Graz ist eine andere. Ein weiterer Faktor ist sicherlich auch die durchaus gute Werbewirkung der Video-Trainings.

Beispiel für ein Video-Training mit Rechtsanwalt Rohrlich

Beispiel für ein Video-Training mit Rechtsanwalt Rohrlich: “Rechtsgrundlagen für Webshop-Betreiber“
→ Link

Kannst du dir die Themen frei aussuchen?

Prinzipiell suche ich mir die Themen aus und bespreche meine Vorschläge dann mit dem Team, manchmal werden aber auch Wünsche an mich herangetragen, die ich dann nach Möglichkeit umsetze.

Wie funktioniert das technisch? Also wie entstehen die Videos und wie kommen die dann ins Netz?

Zum technischen Ablauf kann ich leider nicht so wahnsinnig viel sagen, weil ich da im Grunde gar nichts mit zu tun habe. Außerdem weiß ich nicht, wie viele Geschäftsgeheimnisse ich hier ausplaudern darf. :-)

Aber im Ernst: Ich erstelle das Konzept und die Inhalte für ein Training, präsentiere es vor der Kamera und damit ist dann meine Arbeit getan. Das grandiose Team in Graz kümmert sich um die Post-Produktion, d.h. Videoschnitt, Einblenden von Texten, Vertonung etc. Der Vertrieb läuft dann über die video2brain-Plattform bzw. bald nur noch über LinkedIn Learning.

Was kostet das, wenn man deine Videos ansehen will? Kann man die gratis testen?

Es gibt von jedem Video-Training, also nicht nur von meinen, immer 2-3 Einzel-Videos, die sich jeder kostenfrei anschauen kann, sozusagen als Vorgeschmack und als erster Eindruck. Zudem finden sich div. Clips auf dem YouTube-Kanal von video2brain bzw. LinkedIn. Will man alle sehen, muss man ein Abo bzw. einen kostenpflichtigen LinkedIn-Account abschließen.

Frag mich aber bitte nicht nach den Preisen, von dem neuen Modell habe ich (noch) keine Ahnung, da wurde und wird z.Zt. viel umgestellt. Es gab früher aber einen Gratis-Test-Monat und auch jetzt ist es so, dass ein Basis-Account bei LinkedIn kostenfrei möglich ist. Je nachdem, ob man sich als Unternehmer, Job-Suchender oder mit anderem Status registriert, fallen dann unterschiedliche Kosten an.

Michael, ich danke dir für diese Einblicke und wünsche dir weiterhin viel Erfolg und auch viel Spaß bei deiner Arbeit.

→ weiter zum Überblick aller Kurse von Rechtsanwalt Michael Rohrlich

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