Twitternde Juristen beim LawCamp 2010

Beim ersten deutschen LawCamp am vergangenen Samstag in Frankfurt am Main durfte ich eine Session zum Thema „Twitternde Juristen“ halten. Die Liste der twitternden Juristen umfasst inzwischen 360 Einträge. Ich ging kurz auf die Historie dieser Auflistung ein.

Nicht nur ein paar (verhältnismäßig wenige) Rechtsanwälte twittern, sondern auch Mandanten, und zwar zum Teil auch über Rechtsanwälte. Einen Fall konnte ich demonstrieren, in dem jemand über Twitter einen Anwalt suchte, was mehr als 20 Mal per Retweet weitergereicht wurde.

Dann ging es um das, was die Juristen so von sich geben via Twitter. Als Stichprobe dienten mir Beiträge der twitternden Juristen aus jüngster Zeit. Daraus hatte ich einige typische und einige kuriose Exemplare herausgesucht und thematisch sortiert. Zum Schluss ging ich noch kurz auf Buzz ein, das unter den Juristen (noch?) keine Rolle spielt.

Hier die von mir gezeigten Folien:

Nachdem ich beim LawCamp bis dahin eigentlich nur klassische Vorträge gehört hatte, war ich etwas unsicher wegen meiner Idee, gemeinsam mit den Teilnehmern überlegen zu wollen, was von dem Phänomen twitternde Juristen zu halten sei. Der Verlauf der Session zeigte dann aber, dass meine Sorge völlig unbegründet war. In dem kleinen, aber gut besuchten Raum gab es einige aktive und auch prominente Twitterer und es kam zu einer sehr munteren Diskussion.

Was ist davon bei mir hängengeblieben? Privates und berufliches lässt sich schlecht trennen. Ausschließlich fachlich twittern ist langweilig. Viele twittern aus Spaß an der Freude (was eine Neigung zur Selbstdarstellung voraussetzt) und weniger aus Marketing-Kalkül. Twitter eignet sich gut zur Verbreitung eigener Blog-Beiträge, sollte aber nicht ausschließlich dafür genutzt werden. Informationen lassen sich mit Twitter schnell verbreiten, für Tiefgründiges sind Blogs unerlässlich. Was auf spiegel.de oder sonstwo steht, hat meistens auch keine nachhaltige Wirkung.

Als zum Abschluss des LawCamps alle Sessions von den jeweiligen Moderatoren noch einmal im Plenum kurz zusammengefasst wurden, hieß es dann, Twitter sei nur etwas „für ältere Juristen über 30“. Kann man so stehenlassen. Aber der Witz, der ging so:

Jesus hatte am Anfang auch nur 12 Follower. Und genaugenommen war noch ein Fake-Account dabei.*)

Zum LawCamp insgesamt siehe auch die Nachlese von Henning Krieg. Die Tweets vom LawCamp sind hier abrufbar.

*) Quelle: Internet

2 Antworten
  1. Ali Yildirim
    Ali Yildirim sagt:

    Es gab ein Lawcamp? Schade, entweder ist es an uns vorbei oder es wurde nicht so stark kommuniziert. Wären gern dabei gewesen. Unser Tool wird von vielen (angehenden) Juristen genutzt.

  2. Gast
    Gast sagt:

    Besten Dank fuer die Nachlese. Habe zwar das LawCamp ueber Twitter verfolgt, doch blieben Luecken.

    Ich fand, das LawCamp war hinreichend publiziert.  Jedenfalls gab es bei Twitter immer wieder gute Hinweise.

    Weiter so!

    twitter.com/USAnwalt

     

     

     

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