Dragon Dictation Legal Edition ./. Mac Dictation – Spracherkennung im Test

Die Spracherkennungssoftware Dragon Naturally Speaking Legal Edition ist doppelt so gut wie die in Mac OS X eingebaute Diktierfunktion. So könnte man das Ergebnis meines kleinen – nicht repräsentativen – Tests zusammenfassen. Oder man könnte sagen: Sie ist nur halb so schlecht. Aber sehen Sie selbst:

Screencast bei YouTube (4:04 Min.)

Ergebnis mit Korrekturen

Hier finden Sie den Ausgangstext sowie die Ergebnisse des Diktats mit Korrekturen als PDF:

Der Ausgangstext kommt übrigens von der dpa, zitiert nach fr-online.de .

Diktierfehler und Zweifelsfälle

Beim Diktieren sind mir ein paar Fehler unterlaufen, die ich im Text gelb markiert habe. Das Wort „Vontobelkonten“ kannte ich vorher gar nicht – daraus macht Mac Dictation: „von Popel konnten“. Darüber hinaus gibt es weitere vertretbare Abweichungen vom Ausgangstext – etwa die Schreibweise „€“ statt „Euro“ oder „Nrn.“ statt „Nummern“. Im Zweifel habe ich solche Sachen nicht als Fehler gewertet. Die Schreibweise „Nummer eins“ statt „Nr. 1“ ist dagegen nicht wirklich falsch, müsste aber zumindest bei einer Paragraphenangabe wohl korrigiert werden.

Auswertung: Dragon 5 Fehler – Mac Dictation 10 Fehler

Hier das Ergebnis als Tabelle:

AusgangstextFehler Dragon Legal EditionFehler Mac Dictation
Diedie
Angeschuldigtenangeschuldigtenangeschuldigten im
Einkommensteuererklärungeneinst kommen Steuererklärungen
einEinEin
erwirtschaftetenErwirtschafteten
Angeschuldigtenangeschuldigtenangeschuldigten
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Gewinne aus denGewinner aus dem
sonstigesonstiger
33 526 614,0033 .000.526. 1614,00
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dadurchhabe

Hinweise zu den Testbedingungen

Dragon Naturally Speaking Legal Version 12 lief mit Windows 7 auf einem MacBook Pro 13 Zoll, Mitte 2009 mit 8 GB RAM und SSD unter Parallels Desktop 9 mit 2 GB zugewiesenem RAM. Unter Idealbedingungen sollte das wohl auch noch etwas flotter laufen. Das Programm war frisch installiert und nicht großartig von mir trainiert worden.

Mac Dication wurde auf einem iMac 21,55 Zoll, Mitte 2011 mit 12 GB RAM ausgeführt.

Zum Einsatz kamen das von Dragon mitgelieferte USB Headset sowie ein ordentliches Sennheiser-Headset mir unbekannten Typs auf dem MacBook. Für den Film wurde der Ton mit dem im MacBook eingebauten Mikrofon aufgenommen. Ich habe den Text nur einmal vorgelesen, d. h. beide Programme hatten dasselbe Ausgangsmaterial.

Fazit

Dragon Naturally Speaking Legal EditionWenn ich den Text hätte abtippen müssen, wäre ich wohl kaum schneller gewesen und hätte anschließend auch noch einige Fehler beseitigen müssen. Von daher finde ich beide Diktiersysteme ganz ordentlich.

Wenn ich mir eigene Texte ausdenke, lasse ich nach wie vor lieber die Gedanken über die 10 Finger auf den Bildschirm fließen. Das setzt natürlich ordentliche Tipp-Kompetenz voraus, die man z. B. mit TIPP10 verbessern kann. Wenn ich beobachte, wie die Software mein Diktat auf den Bildschirm schreibt, lenken mich die Schreibfehler zu sehr ab.

Wer allerdings mit der Tastatur auf Kriegsfuß steht oder in der glücklichen Lage ist, dass eine Hilfskraft die Texte anschließend korrigiert, der ist mit Dragon Legal Edition wahrscheinlich gut bedient. Hier lassen sich nach dem Diktat die Soundfiles zum Text speichern. Damit löst man das Problem, dass die Spracherkennung oft falsche Wörter richtig schreibt und man solche Fehler mitunter nur schwer findet.

Zur Verfügung gestellt hat mir Dragon übrigens die Firma HBI. Sie war auf mich zugekommen mit der Frage, ob ich die Software mal testen wolle. Es hieß, ich darf sie behalten, wenn ich einen Blogbeitrag darüber schreibe. Dafür vielen Dank! So überzeugt, dass ich sie jetzt produktiv nutzen werde, hat sie mich allerdings nicht. Hängt aber auch damit zusammen, dass ich Windows meide.

Ihre Erfahrung?

Wie ist Ihre Erfahrung mit der Spracherkennungssoftware? Welche setzen Sie ein? Wie machen Sie das?

Haben Sie noch Ideen, was ich mal ausprobieren soll?

2 Antworten
  1. Kurt Martin
    Kurt Martin sagt:

    Wir statten einzelne Anwender bis hin zu großen Installationen mit digitaler Sprachverarbeitung aus. Selbst erstelle ich ca. 90 % meiner unterschiedlichen Texte mit Spracherkennung – dazu verwende ich eine Dragon Professional mit unseren selbst hergestellten Ergänzungen zur Spracherkennung – im Wesentlichen das Wortlistenmodul zur besseren Kontrolle der Lernfunktion und des Vokabulars. Unterwegs verwende ich unsere voice4mobile PRO App, die eine Diktataufnahme vom iPhone mit Dragon im Hintergrund bei uns im Büro in Text umsetzt und mir den umgesetzten Text per E-Mail zusendet.

    Meine persönlichen Erfahrungen (und auch die unserer Kunden) ist eine deutlich schnellere Texterstellung mit der Nutzung von Spracherkennung als beim Tippen.

    Zum Nachweis sollte jemand versuchen, eine Geschichte zu erzählen. In einem Fall ohne dass dabei eine manuelle Tätigkeit mit den Fingern durchgeführt wird und im zweiten Fall mit einer einfachen manuellen Tätigkeit, zum Beispiel dem Verlegen von Bleistiften von rechts nach links. Gleiches gilt natürlich auch in erhöhtem Umfang bei der Nutzung der Tastatur. Jede manuelle Tätigkeit – auch die einfachste – beeinträchtigt Personen bei der Generierung von Texten….

    An einem arbeitsintensiven Tag, d.h. an einem Tag an dem ich eine entsprechende Anzahl von Angeboten erstellen, oder eine Reihe von Infos aus Telefonaten mit Kunden per E-Mail an Mitarbeiter im Unternehmen weitergebe, erspart mir der Einsatz von Spracherkennung gegenüber dem Tippen mindestens 1 bis 2 h Zeit. Zudem verhindert die Nutzung von Spracherkennung eine deutliche körperliche Verspannung – die durch das verkrampfte Tippen entsteht und durch die Ungeduld, weil meine eigene Tippgeschwindigkeit so massiv hinter meinen Gedanken nachläuft. Beim Sprechen und Einsatz der Spracherkennung ist das Gefühl, dass die Gedanken schneller sind, als der Text am Bildschirm entsteht, deutlich geringer ausgeprägt. Konzentriert vor dem Bildschirm sitzen, ein kabelloses Headset (zum Beispiel Sennheiser DW 10) nutzend ist eine Texterstellung sogar etwas angenehmes, während das Gefühl beim Tippen für mich persönlich deutlich unangenehmer ist …

    Die Nutzung von Spracherkennung ist jedoch auch der Einsatz eines Werkzeugs, bei dem Erfahrung die Produktivität deutlich unterstützt … nachdem ich vor der Nutzung von Spracherkennung (was ich vor ca. sieben Jahren begonnen habe) nicht diktiert habe, hat es bei mir auch einige Zeit gedauert, bis ich mit dem Sprechen vor dem Rechner Übung erlangt habe und wie zuvor ausgeführt die Texterstellung auch Freude bereitet und nicht nur eine Qual darstellt …

    Insofern sind meine eigenen Erfahrungen als auch die Erfahrungen unserer Kunden etwas anders gelagert als in Ihrem Beitrag beschrieben …

    Wir können nur jeden ermuntern, sich Spracherkennung konkret zu überlegen und zukünftig von den Vorteilen dieser Technologie beim Einsatz am Rechner oder iPhone zu profitieren …

    (PS: Ich nutze die Spracherkennung unter Windows, weil sie dort leistungsfähiger ist auf einem MacBook Retina mit Parallels)

    Kurt Martin
    4voice AG

    PS: Text mittels Einsatz der Spracherkennung erstellt :-)

  2. Andreas Wecks
    Andreas Wecks sagt:

    Sehr viel schneller ist Dragon, wenn Sie die Funktion „Audio Umsetzen“ nutzen. Dazu speichern Sie Ihr Diktat als Datei ab und Dragon setzt diese Datei in Text um. Dabei ist Dragon noch schneller als wenn Sie Dragon zusehen wie die Sprache erkannt wird. Vorteil: Geschwindigkeit. Der Diktant spricht einfach in sein Aufnahmegerät, wie bisher auch und wird nicht vom Geflacker auf dem Bildschirm abgelenkt. Diese Datei wird einfach in einen Ordner gesendet (Dragon 14 überwacht diesen Ordner und beginnt von allein mit der Umsetzung). Aus dem Dragon Pad oder Word fällt dann nach der Umsetzung Ihr Rohtext raus. Dann können Sie auch mobil diktieren, z.B. mit einer beliebigen App und z.B. den Terminsbericht noch im Gericht diktieren, an Ihr System mailen und Ihre Mitarbeiter legen Ihnen den fertigen Text vor.
    Ich war sehr erstaunt um wieviel schneller Dragon arbeitet, wenn die Funktion „umsetzen“ genutzt wird. Ich entsinne mich an ein Diktat von 60 min, das nach 15 min in der Rohfassung fertig war. Das schafft kein Mensch….

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