Community Camp 2010: Session „Zeitmanagement“

„Ich habe ein Problem, ein Zeitproblem.“ So kündigte ich meine als „Selbsthilfegruppe“ bezeichnete Session zum „Zeitmanagement“ beim Community Camp 2010 in Berlin an. Zu meiner großen Freude fanden sich einige Kolleginnen und Kollegen ein und es entwickelte sich eine interessante Diskussion.

Mich beschäftigt die Frage der sinnvollen Zeiteinteilung schon seit langen Jahren. Durch den Austausch mit den „Leidensgenossen“ sind mir einige Zusammenhänge noch klarer geworden. Ich will jetzt – nach drei Tagen – mal versuchen, kurz zusammenzufassen, was bei mir hängengeblieben ist:

Aufschieberitis

Dass man bestimmte Dinge aufschiebt, die man eigentlich gerne erledigt haben würde, ist allzu menschlich. Gerade das Internet bietet – nur einen Mausklick entfernt – jede Menge Ablenkung und begünstigt so die Aufschieberitis. Dabei kann man sich durchaus mit interessanten und auch für die Arbeit wichtigen Dingen beschäftigen, was unter Fortbildungs- und Weiterentwicklungsaspekten positiv zu sehen ist. Nur sollte das Verhältnis stimmen zwischen dem, was man erledigen will und dem, was man an Neuem erkundet.

Ob hier ein Küchenwecker zur Begrenzung der Surfzeiten hilft, wie von einem Kollegen vorgeschlagen, bin ich mir nicht sicher.

Single-Tasking

Die besten Ergebnisse erzielt man am schnellsten, wenn man sich immer nur auf eine Aufgabe konzentriert und diese „am Stück“ abarbeitet. Dass man sich möglichst nicht über neu eingehende E-Mails benachrichtigen lässt, hat sich inzwischen herumgesprochen. Aber die Idee, die automatische E-Mail-Abholung ganz abzuschalten und nur noch alle paar Stunden die E-Mails per Klick abzurufen, fand ich geradezu revolutionär. Ausprobiert habe ich es noch nicht.

Disziplin

Software oder ausgefeilte Systeme helfen bei der sinnvollen Zeiteinteilung nur sehr begrenzt. Irgendwann kommt immer der Punkt, dass man bestimmte Dinge einfach tun muss. Letztendlich also eine Frage der Disziplin.

Prioritäten

Zu viel Kram bleibt zu viel Kram. Wenn man auch bei noch so disziplinierter Arbeitsweise nicht hinterherkommt, hilft nur noch eins: Die ToDo-Liste zusammenstreichen! Aber bei welchen der vielen Ideen soll man auf die Realisierung verzichten? Hier braucht man Kriterien, was einem im Leben wichtig ist. Das ist nicht einfach, darüber denkt die Menschheit schon seit ein paar Tausend Jahren nach.

Entschleunigung

Was haben wir früher gemacht in der Zeit, die wir heute mit Blogs, Twitter, Facebook usw. verbringen? Die Teilnehmer beim Community Camp waren sich einig, dass sie jetzt jedenfalls wenig bis keine Zeit mehr mit Fernsehen verbringen.

Ich konnte von einer Bekannten berichten, die immer Vorreiter in Sachen Internet war und jetzt dazu übergegangen ist, sich bewusst bei allen möglichen Diensten abzumelden, um sich auf wenige Kanäle zu konzentrieren. Ob sie auch hier Vorreiter ist und sich eine Gegenbewegung formiert, konnte ich in Berlin nicht feststellen.

Der Gedanke der „Entschleunigung“, von dem man in letzter Zeit kaum noch was hört, fasziniert mich mehr und mehr. Ich hatte den auch schon einmal in meinem letzten Blogbeitrag (am Ende) untergebracht.

Hier mein Bericht vom letzten Jahr.

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