Blogbeiträge mit Datum bei Google und überhaupt

Blogger veröffentlichen mehr oder weniger regelmäßig (vgl. hier) neue Beiträge, die als lange, abwärts chronologisch sortierte Liste im Weblog erscheinen. Wie auch bei sonstigen Veröffentlichungen üblich, wird dabei meist das Publikationsdatum angegeben. Die zeitliche Einordnung ist oft gerade bei juristischen Texten wichtig und ermöglicht das korrekte Zitieren.

Werden Beiträge nachträglich verändert, kann die Datumsangabe irritieren (Beispiel). Und manche verzichten ganz auf die Angabe des Veröffentlichungsdatums, darunter renommierte Blogger wie Henning Krieg. Auf kriegs-recht.de lassen nur die Kommentare vermuten, wann ein Beitrag in etwa veröffentlicht wurde.

Datumsangabe in den Google-Treffern

Google kann bei der Ermittlung des Veröffentlichungszeitpunktes helfen: Sucht man den betreffenden Beitrag bei Google (z. B. über die URL oder den Titel), dann erscheint seit einiger Zeit oft im Trefferergebnis eine DatumsangabeHier ein Beispiel:

Google-Treffer mit Datum

Diese Datumsangabe in den Google-Ergebnissen ist auch bei der Recherche ganz praktisch. So kann man sich beispielsweise gezielt Treffer herauspicken, die nach der ZPO-Reform veröffentlicht wurden o. ä.

Google versucht, die Datumsangaben irgendwie aus der Seite zu ermitteln und das gelingt nicht immer. Ein Beispiel dafür ist meine Seite „Datenschutz“, auf der gar kein Veröffentlichungdatum angegeben ist. Im Google Snippet erscheint dennoch ein Datum. Offensichtlich handelt es sich hierbei um ein Datum, das Google in der rechten Randspalte bei den Neuesten Kommentaren gefunden hat.

Google-Treffer mit Datum

Wenn das Datum stört

Wer darauf aus ist, dass ihm Google Besucher (und damit neue Mandanten) auf die Seite spült, freut sich über das Erscheinen des Datums spätestens dann nicht mehr, wenn die Beiträge anfangen, verstaubt zu wirken und die Suchenden lieber auf andere, frischere Treffer klicken.

Die Suchmaschinen-Optimierer versuchen deshalb mit allerlei Tricks, die Aufnahme des Datums bei Google zu verhindern oder rückgängig zu machen, sehr ausführlich dazu siehe diesen Beitrag im Weblog SEO-Trainee. Bei Google heißt es zu der Frage, ob es möglich sei, die Anzeige des Datums zu verhindern, schlicht: „No.“ Zur Begründung verweist man auf die Vorteile für den Suchenden.

Das heißt jetzt nicht, dass es unmöglich ist, das Datum wegzutricksen. Ich habe es selbst mal probiert und kann sagen: Es ist jedenfalls nicht so einfach. Und wenn ein Trick funktioniert, wird Google vermutlich versuchen, dieses Schlupfloch zu schließen.

Fazit

Ich sehe das etwas zwiespältig: Einerseits halte ich die Angabe des Datums bei einem Blogbeitrag für sehr wichtig. Bei mir erscheint das sogar in der URL (worauf ich heute wahrscheinlich verzichten würde). Andererseits stellt Google jetzt das Datum sehr in den Vordergrund und lenkt damit die Besucherströme tendenziell auf neue Beiträge. Alte Beiträge von zeitloser Qualität dürften es jetzt schwerer haben. Das trägt sicher nicht zur Entschleunigung bei.

2 Antworten
  1. Ruth Schöllhammer
    Ruth Schöllhammer sagt:

    Aus redaktionellen Gründen, als Service für die Recherche, würde ich immer ein Datum zum Blogbeitrag mitliefern. Nur dann ist der Fachredakteur und der normale Leser in der Lage einen Beitrag besser einzusortieren.

    Meinen Sie nicht?

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Wir freuen uns über Ihren Beitrag!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.