Google Analytics „not provided“

Eine der interessantesten Auswertungen von Google Analytics ist die Keyword-Statistik. Die gibt Ihnen Aufschluss darüber, was Ihre Besucher in die Suchmaschine eingegeben hatten, als sie zu Ihnen auf die Kanzlei-Homepage kamen. Leider wird diese Statistik immer ungenauer, denn für immer mehr Suchanfragen gibt Analytics die betreffenden Suchbegriffe nicht mehr aus. Statt dessen erscheint in der Tabelle „not provided“ – auf meiner eigenen Website aktuell bei 56,6 % der Suchanfragen.

Angefangen hat die Verschleierung der Suchanfragen Ende 2011 und nimmt seitdem stetig zu. Laut notprovidedcount.com ist die 100 %-Marke rein rechnerisch Ende April 2016 erreicht.

Der Grund: SSL-Verschlüsselung

Als „not provided“ wird eine Anfrage immer dann gekennzeichnet, wenn Google via SSL, also mit verschlüsselter Verbindung, genutzt wird. Das ist dann der Fall, wenn der Nutzer an der Suchmaschine angemeldet ist oder neuerdings auch, wenn er bei Chrome die Anfrage direkt in die Adresszeile des Browsers eingibt.

Google selbst weiß natürlich sehr genau, was der Suchende eingegeben hat. Aber Google Analytics kann das bei SSL nicht mehr über den sog. „Referrer“ auslesen.

Filter und Webmaster Tools helfen

Im Netzt finden sich einige Tipps, wie man mit Filtern und den Google Webmaster Tools auch bei den „not provided“-Anfragen noch einiges herausbekommen kann. Ich habe das noch nicht ausprobiert, deshalb hier nur ein Link.

Google Analytics lohnt sich trotzdem für die Kanzlei-Website

Ich kann den Einsatz von Google Analytics jedem empfehlen, der gezielt Mandate über seine Kanzlei-Homepage akquirieren will. Auch wenn die an sich sehr aufschlussreiche Keyword-Statistik mehr und mehr wegbricht, bleibt eine Fülle von spannenden Auswertungen möglich, die ich vielleicht in nächster Zeit hier mal vorstellen will.

Andere Tools – kostenlose wie Piwik oder kostenpflichtige wie eTracker – mögen ihre Vorzüge haben. Die not-provided-Problematik, wenn die Suchmaschine über SSL benutzt wird, besteht technisch bedingt aber bei allen Systemen.

A propos: Hier erfahren Sie, wie Sie Google Analytics datenschutzkonform einsetzen.

1 Antwort
  1. Alexander Pfabel
    Alexander Pfabel sagt:

    Gewiss ist, dass sich das (not provided) Keyword auf die Auswertung von Suchbegriffen der organischen Suche auswirkt. Fraglich ist, ob die irreversible Manipulation von Messdaten durch Filter (http://www.aqvisit.com/die-not-provided-keyword-falle-in-google-analytics-umgehen/) bzw. Segmentieren (http://www.lunametrics.com/blog/2012/10/25/unmasking-not-provided-goals/), Landingpages (http://moz.com/ugc/how-to-analyze-google-analytics-not-provided-data) oder durch Überschreiben des Referrers (http://moz.com/ugc/overwriting-not-provided-keywords-with-inferred-keywords-in-google-analytics) das Gelbe vom Ei ist. Tatsächlich wird man wohl mit Näherungswerten aus Event-Tracking, URL-Tracking und Webmaster-Tools leben müssen. Auch ein Upgrade zu Google Analytics Premium bietet diese Möglichkeit nicht. Wenn User mit einem Google Account eingeloggt sind und eine organische Suche durchführen, wird der verwendete Suchbegriff nicht übertragen. Somit kann auch Google Analytics Premium diese Information nicht darstellen und sie wird als (not provided) angezeigt.

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