Link-Verkürzer

Internet-Adressen sind manchmal sehr lang. Ein Beispiel, das ich schon an anderer Stelle verwendet habe, hat 265 Zeichen:

http://beck-online.beck.de/Default.aspx?details=off&words=NJW+1998%2C+2801&;btsearch.x=0&btsearch.y=0&chkdoktyp=on&chkrestrict=on&txtkontext=Y-300-Z-JuS-B-2008-H-05-Name-Inhaltsverzeichnis&docid=17567194&vpath=bibdata%5Czeits%5CJUS%5C2008%5Ccont%5CJuS.2008.H05.htm

Wenn Sie diesen Link beispielsweise per E-Mail versenden wollen, kann es passieren, dass automatisch Zeilenumbrüche eingefügt werden und der Empfänger dann nicht mehr einfach draufklicken kann, sondern sich den erst mühsam wieder zusammensetzen muss. Mit Kurznachrichtendiensten wie SMS und Twitter lassen sich solche Ungetüme wegen der Zeichenbegrenzung gar nicht versenden.

Aus lang mach kurz

Abhilfe schaffen sog. Link-Verkürzer. Die funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Sie geben die lange URL ein und bekommen eine neue, kurze URL zurück. Der Anbieter speichert beides in seiner Datenbank. Bei Abruf der kurzen URL leitet er auf die lange URL weiter.

Geben Sie die obige Beispiel-URL bei TinyURL (http://tinyurl.com) ein, wird die auf 26 Zeichen verkürzt. Klicken Sie mal drauf:

http://tinyurl.com/yc4qhpn

Link-Verkürzer mit Komfort

Es gibt eine unüberschaubare Vielzahl solcher Dienste, die mal mehr und mal weniger Komfort anbieten. Mit TinyURL kann ich sprechende Kurz-URLs generieren, indem ich sinnvolle Vorgaben mache (Beispiel: http://tinyurl.com/jus2008-5). TinyURL bietet darüber hinaus ein Bookmarklet an, mit dem ich für jede im Browser angezeigte Seite mit nur einem Mausklick eine Kurz-URL generieren kann. Bei bit.ly gibt es sogar eine Klick-Statistik (siehe nebenstehenden Screenshot). Einen Überblick über verschiedene Anbieter bietet das assbach.de blog.

Gefahren

Klickt man auf einen verkürzten Link, weiß man in der Regel nicht, wohin man weitergeleitet wird. Das kann auch eine Werbeseite sein oder eine Seite, die versucht, den Rechner zu manipulieren. Ausführlich zu den Gefahren und möglichen Gegenmaßnahmen siehe chip.de vom 15.10.09.

Zukunftssicherheit

Was ist, wenn ein Anbieter der durchweg kostenlosen Dienste die Lust verliert? Das kommt durchaus vor (vgl. heise.de vom 10.08.09). Dann lassen sich die Links in alten E-Mails nicht mehr aufrufen.

Man kann sich behelfen, indem man seinen eigenen Link-Verkürzer betreibt.

Oder man wählt einen Dienst, der sich an 301Works beteiligt. Dieses Initiative will sicherstellen, dass die kurzen URLs dauerhaft funktionsfähig bleiben. Die Chancen, dass dies gelingt, sind groß – hinter dem Projekt steht das Internet-Archiv archive.org.

Und werten eigentlich die Suchmaschinen schon die Short Links aus?

1 Antwort
  1. Ralph
    Ralph sagt:

    Stellt sich nur die Frage, warum der oben genannte Verlag nicht selber kurze und sprechende URLs in sein Portal integrieren will!? Technisch ist das kein Problem und damit wären Phishing-Gefahren und Beständigkeitsprobleme vom Tisch!

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