Kategorien ./. Tags

Erfolgreiche Blawgs brauchen das nicht: Das law blog kommt ganz ohne aus, kriegs-recht.de und jurabilis! haben zwar Kategorien, aber keine Tags und bei medien-gerecht ist es umgekehrt. Ich selbst habe mich bisher ganz davor gedrückt (siehe dazu schon meinen Beitrag vom 14.01.10 a. E.). Damit ist jetzt Schluss – seit heute gibt es auf ralfzosel.de Kategorien und Tags.

Was sind Kategorien und Tags?

Bei jedem einzelnen Beitrag erscheinen Begriffe, die jeweils mit einer Übersichtsseite verlinkt sind, die alle Beiträge mit denselben Begriffen auflisten. D. h. Beiträge, die denselben Begriffen zugeordnet wurden, werden zusammengefasst. Das ist z. B. die Übersichtsseite der Kategorie „Mandantenakquise“.

Was ist der Unterschied?

Kategorien und Tags sind sehr ähnlich. Der Unterschied besteht darin, dass man die Kategorien nicht so dynamisch vergibt und die Anzahl eher begrenzt. D. h. man überlegt sich einmal die grundlegenen Kategorien für sein Blog und ordnet dann jeden neuen Beitrag in eine oder mehrere bereits vorhandene Kategorien ein. Mit den Tags verschlagwortet man den Beitrag und kann dabei spontan neue Schlagwörter kreieren. Die Systeme sind in der Regel so eingestellt, dass eine Vorschlagsliste bereits vergebener Tags aufklappt, wenn man beginnt, ein Schlagwort einzutippen. Das unterstütz den Blogger dabei, bereits vorhandene Schlagwörter wiederzuverwenden und nicht ständig neue Varianten zu generieren. Die Kategorien wählt man dagegen in der Regel aus einer Liste aus. Diese Liste steht den Nutzern auch als Navigation zur Verfügung, während Tags typischerweise in einer sog. „Tag Cloud“ dargestellt werden.

Und wie teilt man das jetzt ein?

Als Blogger steht man also vor den Fragen: Welche Begriffe lege ich für meine Kategorien fest? Und mit welchen Begriffen verschlagworte ich dann den einzelnen Beitrag?

Mit den Kategorien kann man die Themen festlegen, um die es in dem Blog regelmäßig geht. Für juristische Blogs bietet sich hier oft eine Einteilung nach Rechtsgebieten an. Häufig findet man auch die Kategorien „Rechtsprechung“ und „Veranstaltungen“. Es ist ganz aufschlussreich, mal die Kategorien der juristischen Blogs zu durchstöbern. Und teilweise auch ganz amüsant – hier ein paar Highlights:

Mal abgesehen von solchen Späßen – man sollte sich fragen, ob es sich lohnt, eine eigene Kategorie für ein bestimmtes Thema aufzumachen oder ob das nicht als Tag genügt. Zu viele Kategorien werden unübersichtlich, wie das Beispiel Rechtsanwalt Arbeitsrecht Berlin Blog zeigt. Ein gutes Beispiel für eine sinnvolle Kategorisierung ist scheidungsrecht.com.

Wozu?

Wenn man als Blogger seine Beiträge in Kategorien einteilt und mit Tags, also Schlagwörtern versieht, bringt das was für sich selbst, für die Leser und auch für die Suchmaschinen.

Bei der Vergabe der Kategorien mache ich mir als Blogger klar, worum es eigentlich gehen soll in meinem Blog – und das kann nicht schaden. Höchstens wenn man monatelang darüber grübelt anstatt einfach mal anzufangen zu bloggen um zu sehen, wie sich das entwickelt.

Mit einem Blick auf die Kategorien bekommt der Leser schnell einen Eindruck, worum es in dem Blog geht. Die Tagcloud zeigt dem Leser, welche Schwerpunte in dem Blog gesetzt werden.

Die Übersichtsseiten helfen bei der Suche bestimmter Beiträge. Über die Begriffe kann sich der Leser zu Beiträgen zum gleichen Thema hangeln. Setzt man ein „Siehe-auch-Modul“ ein, das unter jedem Blogbeitrag ähnliche Beiträge auflistet, können die Metadaten zu mehr Präzision bei der Auswahl führen.

Auch bei der Suchmaschinen-Optimierung (SEO) hilft die Verknüpfung von Artikeln zu ähnlichen Themen unter ausgesuchten Begriffen, da Suchmaschinen jedem Link folgen und dabei auch den Link-Text berücksichtigen. Die Struktur der Website wird unter SEO-Gesichtspunkten besser und nicht selten tauchen die Übersichtsseiten (und nicht die Artikelseiten) ganz oben in den Google-Trefferlisten auf.

Insgesamt helfen Kategorien und Tags, ältere Beiträge, die bereits von der Startseite verdrängt wurden, immer wieder neuen Lesern zu präsentieren.

Konkret: ralfzosel.de

Ich habe mich jetzt für den Anfang zu folgenden Kategorien für mein Blog durchgerungen:

  • Juristisches Arbeiten
  • Kanzleiorganisation
  • Mandantenakquise
  • Weblog
  • Twitter
  • Community
  • Podcast
  • Wiki
  • Webcontrolling
  • Computerwissen allgemein
  • Screencast
  • Interview

Das ist sicher noch nicht perfekt und ich werde das in nächster Zeit noch optimieren.

Welche Pfade soll ich verwenden? Bei WordPress-Blogs sind die Übersichtsseiten der Kategorien typischerweise unter dem Pfad „category“ abrufbar und die der Tags unter „tag“. Die Grenzen zwischen Kategorien und Tags sind fließend und vielleicht möchte man nachträglich mal ein Tag zur Kategorie machen oder umgekehrt. Von daher ist die Unterscheidung in der URL eigentlich unzweckmäßig, da sich die Internetadresse bei Umstrukturierungen ändern würden. Man könnte jetzt einheitlich einen allgemeinen Begriff (z. B. „taxonomy“) für die Pfade von Kategorien und Tags verwenden, dann könnte man beliebig hin- und herwechseln. Gefällt mir aber unter dem Gesichtspunkt des URL-Designs auch nicht so toll. Also verwende jetzt „kategorie“ und „tag“. Sollte ich mal was ändern, muss ich halt die URLs redirecten.

Im Moment werden Kategorien und Tags zusammen unter der Überschrift des Beitrags angezeigt. Mal sehen, ob ich das noch trenne.

Anregungen? Fragen?

Wie sind Ihre Erfahrungen beim Umgang mit Kategorien und Tags? Kennen Sie vielleicht noch besonders gelungene oder besonders schlechte Beispiele? Haben Sie noch eine Empfehlung für mein Blog? Oder haben Sie noch Fragen zu dem Thema? Ich helfe gerne weiter und bin auch dankbar für jeden Tipp.

2 Antworten
  1. RA Carsten Laumann
    RA Carsten Laumann sagt:

    … ja diese Unterscheidung ist sinnvoll und trägt zur Übersichtlichkeit bei … interessant wird es aber eigentlich, wenn man den Blick weg vom Blog hin zur Wissensdatenbank mit einer weit über dem normalen Blog liegenden Datenfülle wendet. Derzeit stellen die juristischen Datenbankanbieter gern ihr Stofffülle heraus und werben mit der Volltextsuche. Hier könnte der Einsatz einer „hand“gefertigten Taxonomie mit Synonymen hilfreich sein, um schneller und punktgenauer zum Suchziel zu kommen. Denkbar wäre insoweit zunächst die Beschränkung auf einzelne Anwendungsgebiete. Soweit sich die Informationen über die kombinierbare Tags und ggf. Kategorien (z.B. Gericht, Urteil/Aufsatz etc.) dann noch filtern lassen würden, wäre ein großer Schritt getan. Nun gut, dass ganze kostet die Anbieter Manpower, denn ein sinnvolles automatisches Vertaggen dürfte wohl noch eine Weile auf sich warten lassen …

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