„1.569 Nutzer haben Sie auf Google gefunden“ – Was heißt das?

Eben leitet mir wieder einer meiner Kunden eine E-Mail von Google weiter mit dem Betreff „Leistung auf Google für Januar 2019“ und der erfreulichen Nachricht:

Google My Business Statistik einer Kanzlei für Januar (Ort von mir verpixelt)

„1.569 Nutzer haben Sie auf Google gefunden“.

Dazu werden die „Top-Suchanfragen“ angegeben und was weiter geschah, also Aufruf der Wegbeschreibung, der Website oder Anruf.

Was sind das eigentlich für Zahlen?

Die Zahlen kommen aus Google My Business. Unter https://business.google.com lassen sich noch mehr davon abrufen:

So wird für den „letzten Monat“ die Zahl der „Suchanfragen insgesamt“ mit 1.315 angegeben. Unter der Überschrift „Produkt, das zur Suche nach Ihrem Unternehmen auf Google verwendet wurde“ werden 1.453 „Abrufe“ genannt. „Nutzeraktionen“ sollen es insgesamt 107 gewesen sein.

Wie die 1.315 Suchanfragen und die 1.453 Aufrufe zusammenpassen, erschließt sich mir allerdings nicht?!

Die Diskrepanz zu den Januar-Werten in der E-Mail lässt sich aber erklären, weil Google im Web unter „letzter Monat“ offenbar den Zeitraum vom 15. Januar bis 10. Februar (?!) versteht. Jedenfalls ist das der Zeitraum der sich aus den Diagrammen ergibt:


Bei den „Aufrufen“ differenziert Google zwischen „Eintrag in der Google-Suche“ (1.193) und „Eintrag in Google Maps“ (260). Ich verstehe das so, das es hier also darum geht, wie oft der Google-My-Business-Eintrag (!) auf google.de angezeigt wurde.  Das unterstreicht die Wichtigkeit dieser Maßnahme für die Kanzlei.

Suchanfragen laut Search Console

Andere Zahlen bietet die Search Console. Demnach hatten wir im Januar 4.855 Impressionen und 192 Klicks (oder im o. g. Zeitraum vom 15. Januar bis 10. Februar  4.319 Impressionen und 164 Klicks). Bei diesen „Suchanfragen“ geht es allerdings darum, wie oft die Website (!) auf google.de angezeigt bzw. angeklickt wurde, also um die sog. organische Suche.

Zwischenergebnis

Insgesamt wurde also quasi die Kanzlei im Januar 4.855 + 1.569 = 6.424 Mal auf Google angezeigt (Kanzleihomepage und Eintrag in Google My Business zusammen). Theoretisch zumindest, denn dass ein Eintrag in den Suchergebnissen „erscheint“ heißt ja nicht, dass er auch wahrgenommen wird (z. B. wenn gar nicht weit genug runter gescrollt wird).

Was fehlt? Google Ads!

Gleichzeitig hatten wir im Januar mit Google Ads 49.105 Anzeigenimpressionen, die zu 1.119 Klicks auf die Kanzleihomepage geführt haben. Diese verteilen sich auf Anzeigen auf google.de selbst und das sog. Displaynetzwerk.

Ergebnis

Insgesamt stellen sich also die Google-Zahlen für die Kanzlei im Januar wie folgt dar:

Freilich darf man hier nicht nur die nackten Zahlen sehen, sondern muss sich auch die unterschiedliche Qualität der verschiedenen Bereiche vor Augen halten, z. B.:

  • Die organische Suche (Nr. 2) betrifft nicht nur die Region um den Kanzleisitz, sondern tendenziell die ganze Republik, d. h. hier werden i. d. R. viele schon wegen der räumlichen Distanz nicht als Mandanten infrage kommen.
  • Die Anzeigen (Nr. 3 und 4) lassen sich gezielt in der Region ausspielen, wo man werben will.
  • Die Besucher aus dem Displaynetzwerk (Nr. 4) sind i. d. R. nicht auf der Suche nach einem Rechtsanwalt, sondern lesen z. B. gerade einen Forenbeitrag, oder auf spiegel.de und lassen sich von der Anzeige „ablenken“.
  • Mit den Anzeigen auf google.de (Nr. 3) lassen sich gezielt diejenigen ansprechen, die gerade aktiv auf der Suche nach einem Anwalt sind.

Fazit

Die Statistiken von Google My Business zeigen nur einen kleinen – aber nicht unbeträchtlichen – Teil der Kanzleipräsenz auf google.de.

Der kostenlose Bereich von Google (oben grün) lohnt in jedem Fall, also SEO und Eintrag in Google-My-Business. Mit Google Ads lässt sich die Präsenz im Internet gezielt steigern – mit messbarem Erfolg (Stichwort: Conversiontracking).

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